00:03
ARD Sounds Und jetzt, verehrte Hörerinnen und Hörer, kein Mups.
00:14
Der Krimi-Podcast.
00:16
Jacqueline! Ich habe Angst. Wo waren Sie? Sie können mir nichts beweisen. Ist das Ihre Hose? Nein, doch.
00:20
Das ist nicht wahr.
00:22
Ich habe nichts gemacht.
00:23
Jemand dreht mich an.
00:24
Ich sage ja, ich habe es getan. Ich bin in Behandlung.
00:26
Nein!
00:26
Was sagen Sie?
00:27
Ich kann es nicht!
00:29
Herbert. Marion? Aber Heinz ist tot. Sie sind nicht Otto Schlünzel.
00:32
Nein, ich habe Tante Hedwig nicht erschossen. Das ist alles. Hallo.
00:36
Hallo. Sie heißen? Otto Schlünzel.
00:37
Ich habe damit nichts zu tun. Hallo. Wer spricht denn da?
00:41
Gisela.
00:44
Kein Mucks mit Bastian Pastewka am Mikrofon. Herzlich willkommen. Dies ist Ihr Krimi- und Zeitreise-Podcast mit skurrilen oder spannenden oder merkwürdig aus der Zeit gefallenen Radiokrimi-Klassikern.
00:55
Guten Abend, meine Damen und Herren. Wir begrüßen Sie zu unserem Hörspielabend.
01:00
Wir greifen in die Archive, finden dort das Radio-Fundstück der Woche und stellen es sofort in ARD-Sounds. Kein Mucks wird von allen neun ARD-Landesfunkhäusern präsentiert.
01:10
Das ist die beste UKW-Superschaltung, die wir augenblicklich kennen.
01:14
Und das Stück, das wir diesmal für Sie haben, das ist was ganz Besonderes. Ein Superhörspiel, mit dem wir die aktuelle Staffel würdig abschließen wollen. Und es kommt aus diesem Sender.
01:24
Musik
01:25
Vom Bayerischen Rundfunk hören Sie 1961 produzierte der Bayerische Rundfunk eine wunderschöne Krimiserie. Sechs Folgen, sechs Fälle eines berühmten französischen Ermittlers.
01:37
Ich bin Kommissar Maigret. Bitte treten Sie ein. Danke.
01:46
Das ist Kommissar Jules Maigret aus Paris, die Maigret-Radio-Klassiker-Serie aus München, nach den Romanvorlagen von Georges Simenon. Jeder Fall eine knappe Stunde lang, dazu die stimmungsvolle Musik von Herbert Jartschik und eine erlesene Besetzung. Hier spricht Maigret.
02:02
Der Kommissar von der Kriminalpolizei.
02:04
Ja. Vorneweg Paul Dahlke, der stets den Kommissar spielte.
02:08
Ich hab was für dich. Gib dieses Foto mit dem jungen Mann drauf ins Atelier. Die sollen davon so viele Abzüge machen, wie für die ganze Pariser Polizei nötig sind.
02:15
Maigret ist kein genialer Superdetektiv wie etwa Sherlock Holmes, sondern ein bürgerlicher, empathischer Kommissar. Geduldig, beobachtend, oft mürrisch, aber zäh. Und damit ist er hier perfekt mit dem schnarrenden Paul Dahlke besetzt. Aus welchem Grund erzählen Sie mir das eigentlich alles?
02:32
Wollen Sie, dass Ihr Mann in eine Anstalt gebracht wird?
02:35
Maigret verlässt sich immer auf seine Intuition, Menschenkenntnis und das Einleben in das Umfeld des Verbrechens. Er lässt sich treiben, trinkt nebenbei ein Bier und wartet meist, bis sich die Puzzleteile zusammensetzen.
02:47
Er ruft die Brasserie Dauphin an.
02:49
Bier? Kaffee, bin müde genug.
02:51
Brote.
02:51
Wir haben jetzt einen prima Landschenken-Chef.
02:55
Ja, ich weiß. Die Maigret-Geschichten sind für ihre detaillierten Beschreibungen der Polizeiarbeit bekannt. Die meisten Fälle spielen in einem düsteren, nebligen Paris oder in der tristen französischen Provinz. Sie fangen den Alltag der 1930er bis 60er Jahre ein. Jules Maigret hat auch eine Ehefrau, die er immer Frau Maigret nennt.
03:15
Morgen, Frau Maigret.
03:19
Du kommst aber spät. Hast du Hunger?
03:21
Nö.
03:22
Dann leg dich schnell schlafen.
03:25
Oder möchtest du noch eine Tasse Kaffee?
03:27
Oh ja, das wäre schön.
03:28
Und diese Frau Maigret wird von Traute Rose gespielt.
03:32
Als ich 13 war, da habe ich oft stundenlang genäht und geschnipselt, um mir ein Abendkleid passend zu machen, das Mutter abgelegt hatte.
03:40
Neben den Maigrets hört man drei weitere Figuren in der Hörspielserie immer wieder. Das sind die Polizeiassistenten im Dienstgebäude am Quai des Orfevres 36 im ersten Arrondissement.
03:50
Herr Kommissar? Ja, was ist schon?
03:53
Jemand wünscht Sie dringend persönlich zu sprechen, ein Herr, so um die 40.
03:56
Schick ihn rein.
03:57
Ja.
03:58
Das ist der Schauspieler mit dem schönen Namen Heini Göbel als der Bürodiener Jean, der immer auf der Wache die Stellung hält. Aber Maigret hat noch zwei junge Inspektoren. Sie haben mich gerufen, Chef? Ja, Luca. Gib mir mal die Büchse mit dem Tabak. Tabak. Hier, Chef. Danke.
04:14
Inspektor Lucat ist immer schnell zur Stelle. Sein Hobby ist die Fotografie. Lucat wird von Reinhard Glemnitz gespielt. Und es gibt noch einen Inspektor.
04:23
Na, Janvier, was hast du erfahren? Die Martins wohnen in einem kleinen Haus im Hof von Nummer 17. Eine Außentreppe führt vom Erdgeschoss zu den oberen Räumen, zwei Zimmern und einem Badezimmer.
04:32
Inspektor Janvier wird oft als Beobachter eingesetzt.
04:36
Das war ein Reihenfall, Chef. Sieht man mir denn so sehr den Polizeibeamten an?
04:40
Die ja eigentlich am wenigsten vom ganzen Haus.
04:43
Und dieser Janvier wird von Rolf Beusen gespielt. Die sechs Maigret-Hörspiele des Bayerischen Rundfunks warteten dazu mit interessanten Gaststars auf. Es gab ja in jeder Folge eine sehr große Zahl an Rollen. Anderes Polizeipersonal, Passanten, Zeugen, Verdächtige und so weiter. Der Regisseur Heinz-Günter Stamm holte in der damaligen Zeit bekannte Darsteller ins Münchner Funkhaus. Und zwar welche, die nicht zum ersten Mal dort waren.
05:07
Was sehen Sie mich denn so an, Herr Eichmann? Eine Papiere. Polizei.
05:12
Diesen kleinen Ganoven etwa spielte Hans Klarin. Sie können mich ruhig festnehmen. Sie müssen mich doch wieder in die Heilstätte bringen.
05:19
Das ist Hans Klarin, der ein Jahr nach dieser Aufnahme für den Bayerischen Rundfunk ewig zum Pumuckl wurde. Hier ganz anders und kaum zu erkennen, aber er ist es. Ich kenne keinen Lenoir. Sie wollen mich nur aufs Glatteis führen. Es ist nicht wahr, dass Lenoir geflötet hat. Der nicht. Und noch ein anderer Star des Kinos und Fernsehens war in der Maigret-Serie dabei. Es ist Horst Frank.
05:40
Guten Abend, Maigret. Trinken Sie ein Glas mit mir. Vor zwei Stunden hat der Regen nicht auf. Und diesen Horst Frank, den kennen Sie. Ich sitze immer hier, jeden Tag nach Bankschluss bis gegen neun. Haben Sie schon gelesen? Marcel Basso, der vermutliche Mörder Feinsteins, allen Bemühungen der Polizei zum Trotz bisher nicht aufgefunden.
06:00
Ja, die drei Fragezeichen-Fans unter Ihnen kennen Horst Frank mindestens als Kommissar Reynolds aus Rocky Beach. Ja, und noch ein sehr bekannter Darsteller kommt hier. Hören Sie mal. Ja, ich habe Angst, seit der Gerber Hund auftaucht.
06:13
Ich bin ein kranker Mann, Herr Kommissar. Eine dramatische Figur aus dem Stück Maigret und der gelbe Hund. Das ist Klaus-Jürgen Wusso. Jemand lauert mir auf. Jemand, den ich nicht kenne. Vielleicht ist es ein Verrückter. Klaus-Jürgen Wusso wurde viel später als Chefarzt Dr. Brinkmann der ZDF Schwarzwaldklinik noch bekannter. Und auch die aus dieser Serie bekannte Oberschwester Hildegard hörte man, wenn man so will, schon in Maigret und der gelbe Hund.
06:41
Ich weiß nicht.
06:42
Das weiß ich sowieso, verdammt nochmal, dass du es nicht warst. Aber wer war es?
06:46
Er hat mir gedroht. Er wollte, dass ich ihm sage, wer die Flasche angefasst hat. Aber ich weiß nichts. Ich schwöre bei allem, was mir heilig ist.
06:53
Bring mir meinen Kaffee.
06:54
Eva-Maria Bauer ist das hier. Überhaupt lag der Fokus in den Maigret-Geschichten oft auf den Frauenfiguren. Und daher kamen besondere Stimmen zum Einsatz. Etwa Gertrud Spalke.
07:05
Herr Kommissar, ich weiß nicht, um was es sich handelt und frage Sie auch nicht danach.
07:12
Ich bin nur eine alte Frau, die niemals jemandem Böses getan hat.
07:16
Oder hier, Hanne wieder.
07:18
Sind Sie von der Polizei? Kennst du diese Brieftasche?
07:21
Das Ding hat meine Kollegin gedreht.
07:23
Welche Kollegin?
07:25
Suchen Sie sie doch.
07:27
Ist doch ihr Geschäft.
07:29
So eine besondere Stimme hatte damals keine Hanne wieder. Na, vielleicht noch Ingrid van Bergen.
07:34
Wenn Sie nur ein gewöhnlicher Kommissar wären, Herr McGree, dann würde ich bestimmt nicht so. Aber Sie waren mit uns in der Groschenschenke. Und man sieht doch auf den ersten Blick, dass Sie einen verstehen. Mado, bitte.
07:44
Maigret und die Groschenschenke, Maigret und der gelbe Hund, Maigret und seine Skrupel, Maigret und die Bohnenstange und Maigret und sein Revolver. Diese fünf erstklassigen Hörspielkrimis stehen schon jetzt für Sie im Ermittler-Podcast auf der Spur, hier nebenan in ARD Sounds. Aber wir haben uns für Maigret und die Unbekannte entschieden. Georges Simenon schrieb diesen 45. Fall 1954. Das Hörspiel kam sieben Jahre später. Eine wundervolle Aufnahme, so spannend wie melancholisch und bestens besetzt.
08:15
Natürlich mit Traute Rose und Paul Dahlke als Ehepaar Maigret, dazu Lina Carstens, Bertha Drews, Hilde Volk, Gisela Zoch, Karl Liefen und Ulrich Beiger.
08:26
Sie brauchen eingangs ein wenig Geduld. Erst gibt es einen hübschen Vorspann, dann weht ein Chanson durch die Pariser Märznacht, dann wird es kurz laut und dann geht es los. Maigret und die Unbekannte. Gute Unterhaltung.
09:01
Wir bringen die Kriminalserie Maigret und von Georges Simenon Heute Abend Maigret und die Unbekannte
09:48
Heute kannst du glücklich sein und bist vielleicht schon morgen wieder allein. Das Leben ist mal so, es hält zu jeder Zeit die große Chance auch für dich bereit.
10:05
Es liegt in deiner Hand, welche Richtung du gehst, allein in deiner Hand, ob du dein Schicksal verstehst, das Leben ist mal so, du selbst gibst ihm den Sinn, spiele richtig aus, dann bringt es Glück und Gewinn, lalalala, lalalala.
11:04
Zwei Uhr fünf. Zwei Uhr fünf. Soeben wurde auf der Place Vantimil die Leiche eines jungen Mädchens aufgefunden. Place Vantimil. Place Vantimil.
11:15
Los! Place Vantimil! Jawohl, Herr Inspektor.
11:30
Bitte zurücktreten. Treten Sie doch zu.
11:39
Wo ist das Mädchen? Ah, Inspektor Lognon, Sie sind schon da.
11:43
Ist ja mein Revier. Hat man Sie angerufen, Herr Maigret?
11:46
Ich war noch am Keh. Ist sie tot? Ja. Wer ist sie?
11:50
Das wissen wir noch nicht. Sie hat keine Papiere bei sich.
11:53
Auch keine Handtasche?
11:54
Nein.
11:55
Und nur einen Schuh?
11:56
Den anderen hat man nicht gefunden.
11:58
Hatte sie keinen Mantel an?
11:59
Nur das dünne Abendkleid.
12:02
Jean-Vier. Ja, Chef? Da drüben haben ein paar Bars noch offen. Ruft den Erkennungsdienst an. Sie sollen die Fotografen schicken.
12:07
Ein Arzt ist schon unterwegs.
12:09
Und wer sind die Leute, die die Leiche zuerst... Der Kommissar.
12:13
Wir haben auch unseren Namen und unsere Adresse schon angegeben. Dem anderen Kommissar.
12:17
Nur Inspektor.
12:18
Wie spät war es, als Sie die Leiche entdeckten?
12:21
Nur wir sind um zwei aus dem Kabarett.
12:24
Um fünf nach zwei. Als du die Garderobe holtest, habe ich auf meine Armbanduhr gesehen.
12:28
Ach, das ist ja nicht so wichtig. Wir waren jedenfalls drei oder vier Minuten später hier.
12:34
Ja, und wie wir um den Platz herum gingen, wir haben noch furchtbar gelacht.
12:38
Da sah ich einen hellen Fleck auf dem Gehsteig. Moment, bitte.
12:43
Lassen Sie mich durch. Wo ist sie? Hier, Herr Doktor. Sie müssen sie bitte so liegen lassen, bis die Fotografen kommen. Sie ist bestimmt tot.
12:50
Ist gut, Herr Maigret.
12:51
Also weiter. Sie sahen einen hellen Fleck, ging hin. War sie da schon tot?
12:56
Ja, ich nehme an. Ich bin hier geblieben und meine Frau, die hat inzwischen die Polizei benachrichtigt.
13:02
Nun, Herr Doktor, was ist die Todesursache?
13:04
Ein Schädelbruch. Sie ist mit einem schweren Gegenstand auf den Kopf geschlagen worden. Vorher hat man sie geschlagen. Das Gesicht ist geschwollen.
13:14
Eigentlich ist sie ganz hübsch.
13:16
Sehr hübsch. Doktor, können Sie sagen, wann sie ungefähr ermordet worden ist?
13:21
Nach meiner Meinung zwischen eins und zwei. Aber das kann erst die Autopsie genau feststellen.
13:30
Der Erkennungsdienst, Herr Kommissar. Jean V, sag Ihnen, Sie sollen von allen Seiten fotografieren und gute Fotos noch für die Morgenzeitung an die Redaktionen schicken, damit sich die Angehörigen melden können. Lognon, kommen Sie doch mal.
13:43
Entschuldigen Sie meine ewige Erkältung, Herr Maigret.
13:46
Haben Sie eine Idee?
13:47
Sie wissen doch, dass ich die Ideen habe. Ich bin ein bescheidener Revierinspektor.
13:51
Haben Sie das Mädchen mal irgendwo gesehen?
13:53
Noch nie. Ich kenne fast alle Bars hier. Von der Place Pigalle bis zur Place Blanche und weit darauf.
13:59
Also kein Animiermädchen?
14:00
Sie meinen wegen des billigen Abendkleids und dem silbernen Stöckelschuh? Ich glaube nicht.
14:05
Ich werde Sie brauchen, Lognon.
14:06
Ja? Ach, Sie sagen das, um mir eine Freude zu machen. Wenn sich der Kede so feber mit dem Fall befasst, geht er mich nichts mehr an. Ich bin es gewohnt.
14:15
Es wäre gut, wenn man jetzt gleich die Portiers der Nachtlokale verhören würde.
14:19
Dann werde ich das tun.
14:21
Nun denkt er wieder, Sie schicken ihn absichtlich weg, der Inspektor Pechvogel.
14:25
Der Erkennungsdienst ist fertig, Herr Kommissar.
14:28
Dann schafft die Leiche fort zur Autopsie.
15:02
Na, Herr Dr. Pohl, schon untersucht? Richtig. Wie alt schätzen Sie Sie? Zwischen 19 und 22. Unberührt. Sind Sie sicher?
15:21
Ganz sicher. Ich warte mit Jean-Vier in meinem Büro. Wie lange wird es noch dauern?
15:27
Nicht mehr lange.
15:29
Wollen Sie auch eine Analyse des Magen in den Hals?
15:31
Ja, Dr. Pol, das wäre mir lieb. Man weiß ja nie.
15:37
Wer sie wohl sein mag.
15:39
Ein Abendkleid sieht man doch nur an, wenn man ins Theater in bestimmte Nachtlokale oder zu einer Gesellschaft geht.
15:46
Hast du Streichhölzer, Jean Vier? Das wird ein komplizierter Fall. Wir müssen das Mädchen ganz genau kennenlernen. Aber wie? Wird es dir was ausmachen, ihre Kleidungsstücke zu holen?
15:58
Hören Sie das wirklich? Graustig?
16:03
Nein, nein.
16:21
So, hier sind die Sachen. Ja, gib mir das Kleid.
16:28
Schreib auf. Blau. Verblichen. Auf gewaschen. Aha.
16:36
Kannst du das lesen? Ja. Salon Irène. Brüte Duell 35. Das ist dicht an der Place Ventimil.
16:45
Bei den Strümpfen ist ein Fuß feucht, einer am Knie kaputt.
16:51
Schlüpfer, Küstenhalter, Stumpfhaltergürtel. Ist das alles, was ich auf dem Leib hatte? Ja.
16:57
Und der Schuh stammt aus der Rue Notre-Dame-de-Lorette. Alles dasselbe Viertel.
17:05
Wenn Dr. Pohl nicht so sicher wäre, würde alles auf ein Animier-Mädchen passen. Vielleicht wird L'Oignon etwas entdecken.
17:13
Das möchte ich bezweifeln.
17:17
Herr Kommissar, viel habe ich nicht gefunden. Todesursache stimmt. Sie hat versucht, sich an jemanden festzuhalten. Unter ihren Nägeln habe ich dunkle Wollfasern gefunden. Wie vom Mantel eines Mannes.
17:30
Die ist also nicht von hinten überfallen worden? Nee, bestimmt nicht. Und warst du also kein Straßenräuber? Ich glaube, nein. Dr. Pohl, haben Sie an dem Mageninhalt irgendetwas zu... Ja, durch Blutanalyse.
17:43
Sie war zumindest dreiviertel betrunken.
17:46
Gegessen hat sie zuletzt sechs oder acht Stunden vor ihrem Tode. Und wann ist sie gestorben? Etwa um zwei Uhr morgens. Hatte sie Schmuck an? Nichts wertvolles. Hier diese Ohrringe mit den kleinen Rubin und den Ring da mit einem etwas größeren Rubin.
18:07
Haben Sie die Hände untersucht? Ja. Keine Berufsdeformation. Sie scheint etwas Hausarbeit gemacht zu haben. Danke, Dr. Pohl. Gute Nacht, Herr Kommissar.
18:20
Jean-Vier, ich will dich morgen nicht vor zwölf im Büro sehen. Du bist jetzt lange genug auf dem Bann. Und Sie, Chef? Ich gehe jetzt auch mal schlafen.
18:36
Morgen, Frau Megri.
18:39
Du kommst aber spät. Hast du Hunger?
18:42
Nö.
18:43
Dann leg dich schnell schlafen. Oder möchtest du noch eine Tasse Kaffee?
18:47
Oh ja, das wär schön.
18:48
Na, dann komm.
18:50
Ja, ich komm mit in die Küche.
18:54
Mach dir schnell noch eine.
18:56
Sag mal, ich möchte gern wissen, bei welcher Gelegenheit ein junges Mädchen ein Abendkleid anzieht.
19:02
Vielleicht ist das gar nichts so Besonderes.
19:03
Wieso? Wieso?
19:06
Als ich 13 war, da habe ich oft stundenlang genäht und geschnipselt, um mir ein Abendkleid passend zu machen, das Mutter abgelegt hatte. Und einmal abends, als die Eltern aus waren, bin ich dann in dem Kleid und in den Schuhen meiner Mutter, die mir viel zu groß waren, aber so schöne hohe Absätze hatten, weißt du, bis an die nächste Ecke gegangen.
19:29
Naja, da warst du erst 13.
19:32
Ach, und Tante Cécile, die hast du ja nicht mehr gekannt.
19:42
Tante Sessi, war schon lange her.
19:46
Glaubst du, die Frauen haben sich inzwischen geendet? Willst du denn nicht schlafen gehen?
19:51
Bitte, mach mir ein richtiges Frühstück. Ich muss noch telefonieren.
20:08
Zweites Polizeirevier, Inspektor Lognon.
20:10
Hier, Maigret. Haben Sie in den Bars was herausbekommen? Nichts. Dann können Sie, glaube ich, jetzt schlafen gehen.
20:16
Ich möchte doch nicht.
20:17
Wirklich nicht? Na gut, wenn Sie nicht schlafen wollen, dann hole ich Sie in einer Stunde also um sieben von Ihrem Revier ab.
20:36
Haben Sie schon die Morgenzeitung gelesen, Longion?
20:39
Ich habe noch nicht Zeit dazu gehabt.
20:40
Hier, ich habe gerade eine gekauft. Man sieht nur den Kopf mit dem geschwollenen Auge und dem Mund. Aber sie ist zu erkennen. Ja, dann kommen Sie mit. Wir gehen zur Rue de Douai, Salon Irene. Dort wartet die Kaschung mit den Kleidern der Toten.
20:53
Musik
21:15
Da ist Lücker.
21:23
Morgen, Chef. Morgen, Lognon. Der Laden ist noch zu. Die Klinke ist abgezogen.
21:28
Also dann wecken wir mal, Frau Irene.
21:32
Ich kenne die Inhaberin. Das ist ein Laden, der spät schließt. Drum schläft sie jetzt noch.
21:39
Was ist denn? Was ist denn? Klopft mir nicht die Scheiben ein.
21:44
Was wollen Sie denn schon wieder von mir, Lognon?
21:47
Nicht ich, der Kommissar möchte Sie sprechen.
21:49
Ach, der berühmte Herr Maigret selber. Na treten Sie näher, meine Herren. Ich habe zwar nur eine Damenschneiderei, aber bitte. Bloß, Kinder, lass mich mal einen Kaffee weitertrinken, wenn er schon so früh kommt.
22:02
Le Cap wagt die Sachen aus. Ja. Kennen Sie dieses Kleid?
22:09
Natürlich. Das habe ich gestern Abend ausgeliehen.
22:13
Wann?
22:15
So kurz nach neun. Ich schließe ja nie vor zehn Uhr. Fast jeden Abend kommen Kundinnen, die in letzter Minute etwas brauchen.
22:22
Die Kundschaft besteht hauptsächlich aus Animierdamen.
22:24
Na und? Manche stehen erst abends auf und es fehlt ihnen immer etwas zum Anziehen. Strümpfe, ein Gürtel, ein Wüstenhalter. Oder sie merken, dass ihr Kleid in der vorhergehenden Nacht einen Riss bekommen hat.
22:35
Um auf gestern Abend zurückzukommen.
22:37
Sie kamen so um...
22:38
Kannten Sie das Mädchen?
22:40
Ich hatte sie erst ein einziges Mal gesehen.
22:42
Wann?
22:44
Vor vielleicht einem Monat. Da hat sie sich das Kleid schon einmal geliehen.
22:48
Hat er sie einen Namen und Anschrift gegeben?
22:51
Ich glaube, ich muss beim ersten Mal beides notiert haben. Deshalb habe ich es gestern nicht mehr verlangt. Wie ich aber, als sie fort war, noch gesucht habe, fand ich den Zettel nicht.
23:00
Also vor einem Monat hat sie das blaue Kleid schon mal geliehen. Und dann?
23:05
Und dann am nächsten Morgen, so gegen Mittag, zurückgebracht.
23:09
Hat sie die Leihgebühr bezahlt?
23:10
Ja. Ja.
23:12
Und bis gestern Abend haben Sie Sie nicht wieder gesehen?
23:15
Ich habe es Ihnen doch schon gesagt. Es war kurz nach neun, als Sie hereinkamen und mich fragten, ob ich das Kleid noch hätte. Ich habe gesagt, ja. Darauf Sie. Diesmal können Sie mir nicht die Hinterlegungsgebühr bezahlen, aber wenn ich nichts dagegen hätte, werden Sie mir das Kleid dalassen, das Sie anhabe.
23:31
Hat Sie sich hier umgezogen?
23:33
Ja. Ich habe außerdem noch Schuhe, Strümpfe und eine silberne Handtasche gegeben.
23:40
Was ist denn mit dir?
23:42
Hier, sehen Sie sich mal das Foto an. Ist sie das?
23:47
Ja, und sie ist tot.
23:50
Wundert Sie das nicht?
23:53
Mich wundert schon lange nichts mehr. Ist das Kleid hin?
23:56
Ist durch den Regen feucht geworden, aber nicht zerrissen.
24:00
Es ist immer das Gleiche. Sie möchten wahrscheinlich, dass ich Ihnen Ihre Kleidungsstücke gebe.
24:09
Ah, hier. Alles billiges Zeug. Schuhe und Unterwäsche, das sind auch nicht viel wert.
24:14
Luca, mach Bestandsaufnahme von den Sachen und wickel alles ein. In Ordnung. Frau Irene...
24:19
Eigentlich Kumar, Elisabeth. Aber fürs Geschäft klingt Irene besser.
24:24
Sie sagten doch, Sie hätten ja auch noch eine Handtasche geliehen.
24:28
Ja, ich habe eine hübsche silberne Abendtasche herausgesucht, die man so an einem Kettchen ums Handgelenk trägt.
24:34
Wie spät war es, als sie fortging?
24:38
So halb zehn Uhr.
24:39
Hatte Sie es eilig?
24:41
Es sah so aus.
24:42
Und Ihren Namen und Adresse haben Sie sich nicht noch mal geben lassen?
24:46
Nein, weil ich mir einbildete, ich hätte den Zettel noch. Und wissen Sie, es nützt nichts, sich die Adressen zu merken. Diese Mädchen wohnen meist möbliert und wechseln die Zimmer häufiger als ihre Unterwäsche. Aber ich will gern noch suchen, wenn Ihnen so viel daran liegt.
25:01
Ja, ich bitte darum.
25:04
Gesundheit.
25:06
Arbeitet er mit Ihnen zusammen? Na, er wird Ihnen allerlei über mich erzählen können. Aber er muss Ihnen auch sagen, dass ich seit Jahren nichts mehr mit der Polizei zu tun gehabt habe.
25:16
Ja, ist ja schon gut. Das blaue Kleid bekommen Sie später wieder. Vorher sprechen wir es noch.
25:20
Wie Sie wollen.
25:21
Ich danke Ihnen.
25:23
Ich wüsste nicht, wofür.
25:25
Guten Morgen, die Herren.
25:30
Sie sind im Gefängnis gesessen, drei oder vier Mal. Wegen Hehlerei? Ja, das letzte Mal vor vier Jahren.
25:35
Na, Alonjong, jetzt schlafen Sie sich mal richtig aus. Und tun Sie was gegen Ihre Erkältung. Wahrscheinlich werde ich Sie in der kommenden Nacht noch anrufen.
25:43
Im Büro?
25:44
Nein, in Ihrer Wohnung. Es wäre mir lieb, wenn Sie zu Hause blieben. Adieu. Adieu. Lucas, der Gang. Zum Kete ist auf Hefe. Dort wissen Sie jetzt schon, wer das Mädchen ist.
26:03
Keine Telefonanrufe, Jean Vier?
26:05
Keine wegen des Mädchens. Aber das Bild war doch in sämtlichen Morgenzeitungen.
26:09
Tja, trotzdem nichts. Und man erkennt sie ja nach dem Bild. Frau Irene hat sie sofort erkannt.
26:15
Hat sie keine Angehörigen in Paris? Abwarten. Ich wusste, das wird ein komplizierter Fall.
26:20
Äh, Chef, ich hätte einen Vorschlag.
26:22
Ja?
26:24
Sie lachen mich bestimmt wieder aus, weil... Aha, hängt wieder mit Fotografieren zusammen. Ja. Wir suchen uns ein Mannequin aus, das die Figur der Toten hat. Lassen Sie das Abendkleid anziehen und fotografieren Sie. Auf dieses Foto kleben wir in einer Montage den Kopf des toten Mädchens, aber so retuschiert, dass sie wie eine Lebende aussieht.
26:44
Dann haben wir Bilder von ihr, wie sie wirklich war.
26:46
Was meinen Sie? Ich meine noch gar nichts, Luca, aber ich lache dich auch nicht aus. Mach das. Inzwischen, Jean-Vier, nimm dir das Foto von dem Mädchen, das heute Morgen in der Zeitung war, und geh dann mit zur Fremdenpolizei. Sie sollen das Foto auch in den kleinen Hotels zeigen. Irgendwo muss sie doch gewohnt haben. Irgendwer muss sie doch kennen.
27:06
Ob sie außerhalb von Paris gewohnt hat? Und nur die beiden Male hereingekommen ist, als sie das Abendkleid holte?
27:11
Ach, das ist unwahrscheinlich.
27:14
Denn außer ihrem selbstgemachten Kleid stammen ihre Sachen doch alle aus dem Warenhaus in der Rue Lafayette. Trotzdem, wenn deine Fotos was geworden sind, Luca... Heute Nachmittag, Chef. ...dann schickst sie nicht nur an die Zeitungen und an die Reviere, sondern auch an alle Dienststellen der Polizei in der Provinz.
27:27
Ähm... Noch was? Ja, ich hab noch den endgültigen Bericht von Dr. Pohl.
27:31
Ja, gib her.
27:37
Er bleibt dabei, sie hat sich festgeklammert, ist geohrfeigt worden, dann in die Knie gegangen und dann erst... Vielleicht wollte man sie gar nicht umringen. Was wollte man dann? Ihre Handtasche, die wir ja auch nicht haben. Richtig, eine silberne Abendtasche, die man an einem Kettchen ums Handgelenk trägt. Vielleicht sah das nach reich aus. Kaum.
28:02
Hallo, Mégry.
28:05
Herr Maigret? Ist dort Kommissar Maigret?
28:08
Ja, am Apparat.
28:09
Kommissar Maigret?
28:11
Ja, wer ist denn dort?
28:12
Ich weiß was.
28:13
Was denn?
28:15
Von dem jungen Mädchen, das ermordet worden ist.
28:18
Das Mädchen von der Place Ventimile? Hast du sie gekannt?
28:21
Ich weiß, wo sie wohnte.
28:23
Wo denn?
28:24
Rüde Clichy 123. Und wer bist du?
28:31
Wenn Sie etwas wissen wollen, gehen Sie zur alten Frau Grémieux im zweiten Stock.
28:37
Hallo? Hallo? Jean-Fierre, komm mit.
28:46
Sie haben was? Die Wohnung, Rue de Clichy 121.
29:13
Kriminalpolizei Was wollen Sie? Wohnt hier eine Frau Grémieux?
29:19
Ja, im zweiten Stock links Wohnt sie allein? Wie man es nimmt Was heißt das? Gelegentlich vermietet sie ein Zimmer an ein junges Mädchen Nur für einige Zeit Bei ihrem Charakter hält es keine lang aus Sie würde ja lieber eine Dauermieterin haben als zusätzliche Einnahme zu ihrer Rente. Und damit das Finanzamt von der Einnahme nichts erfährt, meldet sie die Untermieterin nicht an.
29:42
Und deswegen haben Sie die Polizei nicht mehr nachrichtigt?
29:46
Ich habe getan, was ich kann.
29:48
Will Ihnen das kleine Bübchen nicht bald Ruhe geben?
29:54
Ja, ja, ja, schon gut. Jetzt verstehe ich.
29:57
Frau Grümier hat mir immer ein bisschen Geld gegeben, dass ich nichts von der Untermieterin sage. Aber jetzt? Sie werden sich doch erkenntlich zeigen, Herr Kommissar.
30:06
Und die letzte war?
30:07
Ja, die, wo das Bild heute in der Zeitung ist, die ermordet wurde.
30:11
Wie war sie?
30:13
Das Mädchen? Das ist schwer zu sagen. Wenn sie in meiner Loge vorbeikam, nickte sie bloß. Gesprochen hat sie nie mit mir.
30:20
Wohnte sie schon lange hier?
30:21
Wenn ich mich recht erinnere, ist sie vor einem Vierteljahr eingezogen. Nur mit so einem kleinen Koffer.
30:27
Wie hieß sie?
30:28
Frau Crémieux nannte sie Louise. Post hat sie nie bekommen, solange sie hier wohnte. Deshalb kann ich den Familiennamen nicht wissen. Und ich habe ja auch immer so getan, als wüsste ich nichts von dem Vermieten. Das Mädchen war eine Nichte von Frau Crémieux, wenn mich jemand fragte.
30:43
Wissen Sie, wo Louise arbeitete?
30:46
Nein.
30:47
Kamen Sie zum Mittagessen nach Hause?
30:49
Frau Crémieux erlaubte ihr nicht, in der Wohnung zu kochen.
30:52
Wann ging sie morgens weg?
30:54
So gegen neun oder halb zehn.
30:55
Wann kam sie zurück?
30:57
Abends, manchmal um sieben, manchmal aber auch erst um zehn oder elf.
31:01
Besuchten Sie Freunde oder Freundinnen?
31:03
Das hat sie nie jemand besucht.
31:06
Haben Sie Louise nie im Abendkleid gesehen?
31:08
Im Abendkleid? Nein. Wissen Sie, das war ein Mädchen, wie es sie zu Haufen gibt. Und ich habe kaum auf sie geachtet.
31:16
Außerdem wusste ich von vornherein, dass das nicht lange dauern würde.
31:19
Warum?
31:20
Ich habe es Ihnen doch schon gesagt. Die Alte will zwar ein Zimmer vermieten, aber sie will nicht gestört werden dadurch.
31:26
Noch eine Frage. Sie haben das Foto gleich erkannt heute Morgen?
31:30
Ich war nicht ganz sicher.
31:32
Ist Frau Cremieux zu Ihnen gekommen?
31:34
Ja. Sie hat mir gesagt, die Leute von der Polizei würden so gut bezahlt, dass Ihnen nicht andere die Arbeit abnehmen sollten.
31:42
Jean-Guy, hast du deine Notizen gemacht? Ja, Chef. Dann gehen wir jetzt hinauf zu Frau Cremieux.
31:56
Wer ist da?
31:58
Frau Grömier.
32:00
Was wünschen Sie?
32:01
Polizei.
32:03
Einen Augenblick.
32:05
Komisch, Jean-Vier. Wir suchen doch immer das Opfer. Noch gar nicht den Täter.
32:14
Kommen Sie rein. Ich bin aber noch nicht mit dem Aufräumen fertig. Haben Sie einen Ausweis?
32:21
Bitte.
32:24
Sie sind Kommissar Maigrette.
32:26
Und dieser Herr?
32:27
Inspektor Jeanvier.
32:29
Setzen Sie sich.
32:31
Danke.
32:32
Was wünschen Sie?
32:34
Es betrifft Ihre Mieterin.
32:35
Ich habe keine Mieterin.
32:37
Gelegentlich wohnt eine nicht... Ja, wir wissen Bescheid, Frau Kremljö.
32:40
Worüber wissen Sie Bescheid?
32:42
Über alles. Wir kommen nicht vom Finanzamt und es geht uns nichts an, welche Einnahmen Sie angeben und welche nicht. Sie kennen das Foto und Sie kennen auch das Mädchen. Sie hat ein paar Tage bei mir gewohnt.
32:53
Ein paar Tage? Sagen wir ein paar Wochen. Na, sagen wir lieber drei Monate, nicht?
32:58
Sollte das so lange? In meinem Alter, wissen Sie, vergeht die Zeit so schnell.
33:03
Wie heißt das Mädchen?
33:04
Louise Lamboine.
33:06
Louise Lamboine.
33:09
Ist sie auf eine Annonce von Ihnen gekommen?
33:11
Hat Ihnen die Concierge was gesagt?
33:13
Ist Louise Laboin auf eine Annonce von Ihnen gekommen?
33:16
Sie hat mich angerufen, nach dem Preis gefragt. Ich habe ihn ihr genannt und sie meinte darauf, ob ich nicht etwas heruntergehen könne.
33:23
Ja, und Sie sind ihr mit dem Preis entgegengekommen?
33:26
Da wollte ich mich immer breitschlagen lassen. Und sie war so besonders nett.
33:31
Wissen Sie, wo sie arbeitete?
33:33
Wohl in einem Büro, aber ich weiß nicht in welchen. Ich habe sie oft aufgefordert, eine Tasse Kaffee mit mir zu trinken. Ein einziges Mal hat sie angenommen, aber sie hat keine fünf Sätze gesagt.
33:43
Worüber haben Sie gesprochen?
33:45
Ich habe alles Mögliche angefangen. Man will ja schließlich wissen, wer bei einem wohnt. Ich habe aber nur herausbekommen, dass sie den Süden kannte. Ja, ich habe mit ihr über Nizza gesprochen, wo mein Mann und ich alljährlich 14 Tage verbrachten.
33:57
War sie abends allein in ihrem Zimmer?
33:59
Oft. Sie ging zwei oder dreimal die Woche aus.
34:02
So, zog sie sich dafür besonders an?
34:04
Und wie soll man sich besonders anziehen, wenn man nur ein Kleid und einen Mantel besitzt? Im letzten Monat ist es ja dann auch passiert, was ich schon hatte kommen sehen.
34:13
Was hatten Sie kommen sehen?
34:14
Dass sie eines Tages ihre Miete nicht würde bezahlen können. Sie hat mir noch 100 Franken angezahlt und mir den Rest für Ende der Woche versprochen.
34:21
Haben Sie ihr gekündigt?
34:22
Ja, vor zwei Tagen. Ich habe ihr gesagt, ich erwarte eine Verwandte zu Besuch.
34:27
Würden Sie uns Ihr Zimmer zeigen?
34:29
Bitte?
34:37
Ist das alles noch so, wie sie es verlassen hat?
35:02
Der kleine Koffer auf das Segeltuch?
35:03
Gehört ihr. Ist aber leer. Ach, das wissen Sie? Schließlich wurde sie mir doch verdächtig. Verdächtig? Mir war noch nie zuvor ein Mädchen begegnet, das nur ein einziges Kleid besaß. Ich kriegte auch nichts über Angehörige aus ihr Haus. Aber ich glaube, sie hat eine gute Kinderstube. Ein einziges Mal habe ich ein Foto bei ihr gesehen, stand auf der Kommode.
35:23
Das Foto eines Mannes oder einer Frau?
35:25
Eines Mannes, aber nicht das, was Sie denken. Das Foto war mindestens 15 Jahre alt, ganz vergilbt und eingerissen. Und der Mann darauf war mindestens 40.
35:35
Wie sah er aus?
35:36
Sehr gut, elegant, ein schöner Mann. Ich musste gleich wieder an Nizza denken, weil er einen hellen Anzug trug. Und hinter ihm sah man eine Palme, wie sie in Nizza an der Straße stehen. Mein Mann und ich...
35:46
Sah der Mann Louise Laban ähnlich? Nein.
35:49
Wenn sie ihr Vater war, dann ist sie nach der Mutter geraten.
35:53
Hast du alles, Jean-Vier? Ja, soll ich es gleich mitnehmen? Ja, pack alles in den kleinen Koffer.
35:59
Ich kann Ihnen schwören, Herr Kommissar, das ist das letzte Mal, dass ich ein Zimmer vermietet habe.
36:04
Glauben Sie, dass ich hier reinkriege?
36:06
Durch uns nicht.
36:08
Musik
36:25
Der Inspektor Pechvogel wartet auf Sie, Chef.
36:29
Sie meinen den Inspektor Longion. Und der soll reinkommen. Er ruft die Brasserie Dauphin an. Bier? Kaffee, bin müde genug. Brote.
36:37
Wir haben jetzt einen prima Landschenken, Chef.
36:40
Ja, ich weiß.
36:44
Na, Long Jong, haben Sie was herausbekommen?
36:47
Ich bin gekommen, Ihnen zu berichten. Ich habe da ein paar Zettel.
36:49
Schließen Sie los, mein Lieber. Wir brauchen übrigens nicht mehr die Tote zu sagen. Sie heißt Louise Labois.
36:55
Ach, das wissen Sie schon? Ja, also, ich weiß jetzt, wo sie hinwollte. Zu einer Hochzeitsfeier im Romeo. Das ist dein neues Nachtlokal in der Rue Cuy-Martin.
37:03
Und wer heiratete dort?
37:05
Ein gewisser Marco Santoni. Er vertritt in Frankreich eine italienische Wermutfirma und einen Fräulein Janine Armandieu aus Paris ohne Beruf. Ich habe nämlich den Mixer vom Romeo gesprochen.
37:15
Er hat das Mädchen... Louise Labois.
37:17
...hereinkommen sehen. Ja, sie ist ihm aufgefallen. Wieso? Weil ihr Abendkleid so schäbig war. Sie wäre eine Freundin der Braut.
37:28
Ach, hat der Mixer sie denn angesprochen?
37:30
Ja, er hat sie gefragt...
37:32
Wen suchen Sie, Mademoiselle? Die junge Frau tanzt gerade.
37:40
Entschuldige mich einen Augenblick, Liebste. Aber Janine, ihr trefft euch doch morgen.
37:51
Dann weiter. Ein Taxichauffeur hat das Mädchen nach dem Foto wiedererkannt, auf dem sie das Abendkleid trägt. Er sagt aus, dieses Mädchen sei um viertel nach zwölf aus der Bar gekommen. Der Taxichauffeur hat das Mädchen dann noch einmal gegen ein Uhr früh an der Ecke des Boulevardausmann gesehen.
38:07
Gegen ein Uhr früh. Und um zwei Uhr fünf hat man sie auf der Blaswand Timil tot aufgefunden.
38:15
Sie haben sehr gut gearbeitet, Lognon. Was man so als einfacher Revierinspektor... Und wo ist das Hochzeitspaar Santoni?
38:23
Leider im Grand Hotel in Florenz. Da konnte ich nicht hinlaufen.
38:30
Ja, Maigri?
38:32
Madame Irene. Ja, Sie wissen, Salon Irene. Ich habe den Zettel doch noch gefunden. Mit dem Namen und Adresse.
38:40
Rue de Clichy?
38:42
Nein, Rue de Clichy habe ich nicht dastehen. Rue de Pontieu, 78, bei Frau Marcel.
38:48
Danke.
39:12
Sie sind auch von der Polizei, nicht wahr? Warum sagen Sie auch? Na, weil gestern Abend schon jemand von der Polizei hier war. So ein kleiner, trauriger.
39:21
Frau Marcelle, ich nehme an, Inspektor Longion hat sie über Louise Laboin verhört.
39:26
Und über ihre Freundin Janine, die sich so toll verheiratet hat.
39:29
Janine Amangue? Kennen Sie die auch?
39:32
Aber die beiden haben ja bei mir bis vor drei Monaten gewohnt. Etwa zwei Jahre. Fräulein Janine zahlte die Miete.
39:39
Und vor einem Vierteljahr sind Sie beide ausgezogen? Ja. Ja.
39:42
Fräulein Janin zuerst, ein paar Tage vor Ultimo. Eines Abends kam sie zu mir herein und sagte, ich habe satt, Frau Marcel. Diesmal mache ich wirklich Schluss. Womit Schluss? Mit ihrer Freundin Louise. Vertrugen sie sich nicht? Also was ich weiß, weiß ich ja nur von Fräulein Janin. Fräulein Louise kam nie zu mir.
40:00
In der ersten Zeit habe ich geglaubt, sie seien Schwestern. Aber dann hat mir Fräulein Janine erzählt, sie hätten sich auf der Fahrt nach Paris im Zuge kennengelernt. Woher kamen denn die beiden? Fräulein Janine kam aus Lyon und Fräulein Louise aus Nizza, glaube ich. Sehen Sie, wenn diese jungen Dinge nach Paris kommen, dann fühlen sie sich inmitten der Millionen Menschen verloren und wollen das damit verbergen, dass sie sich entweder aufspielen und große Reden schwingen oder dass sie sich in sich selbst verschließen.
40:28
So war Fräulein Louise. Ich habe sie lange Zeit für hochmütig gehalten. Aber heute denke ich eher, dass sie nur schüchtern war.
40:37
Fräulein Janine war mir von der anderen Art. Fast jeden Abend ging sie aus. Und schon nach ein paar Wochen kam sie immer erst um drei Uhr morgens zurück. Und sie hatte auch schon gelernt, wie man sich anzieht.
40:49
Janine wusste, was sie wollte. So in einem halben Jahr kannte sie die schicksten Restaurants in Paris in- und auswendig.
40:55
Begleitete ihre Freundin sie nie? Nur wenn sie ins Kino ging.
41:00
Wie verbrachte Louise ihre Abende? Meistens blieb sie zu Hause. Weit weg ging sie nie, als ob sie immer Angst hätte. Sie waren ja eigentlich gleichaltrig, aber Vollein Louise wirkte eher wie ein kleines Mädchen.
41:13
Ja, und wie ging das so weiter? Allmählich begann sie sich zu hassen.
41:18
Wohl vor allem darum, weil Fräulein Louise sich nicht in Paris eingewöhnen konnte und es immer nur ein paar Wochen lang in einer Stellung aushielt und so meist keine Arbeit hatte. Bekam Louise Post? Nie. Ich habe sogar geglaubt, sie sei weise. Janine hat mir dann erzählt, die Mutter wohne in Nizza, sei aber halb verrückt, lebe nur von der Spielbank und kümmere sich gar nicht um die Tochter.
41:41
So.
41:43
Und vor drei Monaten ist Stannin ausgezogen?
41:46
Ja. Sie hatte sich in der letzten Zeit großartig herausgemacht. Trug die teuersten Kleider und man schickt ihr Blumen und Konfekt.
41:55
Und eines Abends kam sie und sagte, diesmal gehe ich für immer, Frau Marcel. Ich habe nichts gegen das Haus, aber ich kann nicht ewig mit diesem Mädchen zusammenwohnen. Wollen Sie sich am Ende verheiraten, habe ich so im Scherz gefragt. Nicht sofort. Wenn es soweit ist, werden Sie es in der Zeitung lesen. Sie hatte wohl da schon Herrn Santoni kennengelernt.
42:14
Und jetzt ihren Mann.
42:15
Ja. Und sie verliebt gerade ihre Flitterwochen in Italien. Als Luise gerade einmal weg war, dann ist sie mit ihren beiden Koffern auf und davon... und hat nicht einmal mir ihre neue Adresse hinterlassen, um ganz sicher zu sein, dass die Kleine sie nicht verfolgen konnte.
42:30
Haben Sie Janine wieder gesehen?
42:33
Drei- oder viermal hat sie nach Post gefragt. Na, für ein paar Tage war damals ja die Miete noch bezahlt.
42:40
Aber am letzten Morgen ist Fräulein Luise zu mir gekommen und hat gesagt, sie müsse ausziehen. Sie weinte zwar nicht, aber ihre Lippen zitterten, als sie es mir sagte. Und ich spürte, wie verzweifelt sie war. Ich habe mir noch nachgeschaut, wie sie mit ihrem Koffer in der Hand davonging.
43:01
Und als sie um die Straßenecke bog, hätte ich sie am liebsten zurückgerufen, um ihr etwas Geld zu geben.
43:10
Ist sie auch nochmal hergekommen? Ja.
43:14
Vor einem Monat. Sie wollte die neue Adresse ihrer Freundin wissen. Ich weiß nicht, wo sie wohnt, habe ich zu ihr gesagt, aber hier in der Zeitung steht etwas über sie. Es stand nämlich tatsächlich so etwas wie, Marco Santoni ist jeden Abend im Maxim mit einem entzückenden Mannequin, Janine Armanieu, zusammen. Lekra, vor einem Monat...
43:36
Verstanden, Chef. Vor einem Monat hat sie sich im Salon Irene das blaue Abendkleid zum ersten Mal geliehen.
43:42
Aber sie hat Janine nicht getroffen. Die war ein paar Tage später hier und als ich sie danach gefragt habe, hat sie gelacht. Wir essen oft die Maxine, aber doch nicht jeden Abend. Außerdem bezweifle ich, dass man Louise überhaupt hineingelassen hätte. Wissen Sie, ich frage mich seit gestern Abend, ob das nicht alles durch meine Schuld passiert ist. Wieso durch Ihre Schuld?
44:05
Vor 14 Tagen war ein Mann bei mir und hat mich gefragt, ob hier eine Louise Laboin wohne. Nein, habe ich gesagt. Sie ist schon vor zweieinhalb Monaten ausgezogen. Und ich weiß ihre neue Adresse nicht. Was für ein Mann war das? Ein Ausländer. Nach seinem Akzent hätte ich ihn für einen Amerikaner gehalten. Nicht sehr sympathisch, wenn Sie mich fragen. Aber man kann sich ja an einem Menschen täuschen.
44:29
Was hat er gesagt, als Sie die Anschrift nicht wussten?
44:32
Er hat mich gefragt, ob Fräulein Louise wohl manchmal noch herkomme. Und als ich ihm sagte, das könnte schon sein, hat er mich um Papier und Bleistift gebeten und hat einen Brief geschrieben.
44:42
Und den hat er Ihnen dagelassen?
44:44
Ja. Aber zwei Tage später ist Fräulein Janine zu mir gekommen und hat mir ganz aufgeregt erzählt, jetzt ist es soweit. Sie werden bald von mir in den Zeitungen lesen.
44:54
Ich habe ihr von dem Brief an Luise und von dem Mann erzählt. Und da hat sie gesagt, geben Sie doch den Brief am besten mir. Wie ich Luise kenne, wird sie zu mir kommen, sobald sie meine Adresse aus der Zeitung erfährt. Ich habe erst gezögert.
45:07
Und dann haben Sie ihr den Brief gegeben?
45:09
Ja. Sie hat ihn in die Handtasche gesteckt und ist gegangen.
45:15
Ist das alles, was Sie dem Inspektor gestern gesagt haben? Ich glaube, ja. Ich wüsste nicht, was ich ihm sonst noch gesagt haben könnte. Und Fräulein Louise war nicht noch einmal hier? Nein. Sie wusste also nicht, dass Ihre Freundin einen Brief für Sie hatte?
45:30
Also durch mich hat sie es nicht erfahren.
45:33
Hm.
45:35
Was hat denn Inspektor Lognon gesagt, als Sie ihm das gestern alles erzählt haben?
45:39
Er hat sich bei mir bedankt und ist dann die Straße nach rechts gegangen.
45:43
Ja, das werde ich also dann jetzt aufmachen. Ich danke Ihnen sehr.
45:51
Na, Lika, wie finden Sie das mit dem Mädchen?
45:55
Tja, das ist für mich wie mit den fotografischen Platten, die man in den Entwickler legt. Vor drei Tagen hat sie für uns noch gar nicht existiert. Dann war sie ein blassblauer Fleck auf dem Gehsteig der Place Verne-Timil. Und dann irgendeine nackte Leiche auf dem Marmortisch von Dr. Paul. Jetzt hat sie einen Namen und wird langsam ein richtiges Bild.
46:16
Und irgendwo ist einer, der Louise Laboin ermordet hat.
46:21
Vielen Dank.
46:39
Nein, Chef, bestimmt nicht. Ich war hier die ganze Zeit da. Inspektor Pechvogel hat nicht angerufen.
46:44
Einer soll für alle Fälle die Bahnhöfe anrufen und feststellen, ob Lognon weggefahren ist.
46:48
Ist gut, Chef. Und wie ist es? Gehen Sie zum Mittagessen nach Hause?
46:52
Weiß ich noch nicht. Ich muss ja warten auf das Gespräch aus Florenz.
47:03
Ja?
47:04
Hier kommt Florenz.
47:05
Na endlich, dann hier mit dem Grand Hotel.
47:10
Marco Santoni. Ich wäre Ihnen dankbar, wenn Sie mir sagen würden, was das alles zu bedeuten hat. Gestern Nacht hat man uns geweckt, weil die Pariser Polizei angeblich eine dringende Auskunft von uns wollte und heute stören Sie uns beim Essen.
47:28
Hier spricht Kommissar Maigret.
47:29
Ja, ja, ja, Maigret, ich habe verstanden. Na und? Das erklärt mir noch lange nicht, was meine Frau... Liebling, bitte reg dich nicht auf.
47:37
Es geht um die ermordete Freundin. Nun, wo ist der Brief?
47:40
Das hat meine Frau doch schon alles erzählt. Alles, was sie wusste, hat sie schon dem Inspektor gestern Nacht erzählt. Liebling, lass mich doch... Ja, Janine, also gut, bitte.
47:49
Ja, bitte, Herr Kommissar.
47:50
Hatten Sie den Brief an Ihrem Hochzeitsabend bei sich?
47:54
Ich hatte ihn natürlich nicht bei mir. Ich ahnte ja nicht, dass Louise kommen würde. Ich habe ihr von dem Brief erzählt und gesagt, was drin stand.
48:01
Sie haben ihn gelesen?
48:02
Na, nicht aus Neugier. Ob Sie mir es nun glauben oder nicht? Er war sehr schlecht geschrieben. Aber ungefähr stand drin, ich muss Sie dringend sprechen im Auftrag Ihres Vaters. Fragen Sie in der Pickwick-Bar in der Rue de l'Etoile nach Fred. Das bin ich. Wenn ich nicht dort bin, wird der Barmixer Ihnen sagen, wo Sie mich finden können. Es ist wichtig für Sie.
48:25
So dem Sinn nach. Und dann noch ein Nachsatz. Bringen Sie unbedingt Ihre Identitätskarte mit. Sowohl der Mixer wie ich werden Sie verlangen. Warum werden Sie dann schon begreifen?
48:37
Mehr nicht?
48:38
Nein, nichts mehr. Das habe ich alles Louise gesagt. Sie hat es erst wohl nicht verstanden, aber dann ist sie ja gleich losgegangen. Erst hier in Florenz las ich in einer französischen Zeitung, dass sie ermordet worden ist.
48:50
Wohin ist sie denn gegangen?
48:51
In die Pickwick Bar. Das ist doch wohl anzunehmen. Also ich wäre an ihrer Stelle auch hingegangen.
48:56
Haben Sie den Brief noch?
48:58
Ja, natürlich nicht hier. Er muss bei meinen Sachen in Paris sein. Glauben Sie, dass der Brief der Grund zu ihrem Tod ist? Ach, wie schrecklich. Sie hat mir niemals von ihrem Vater erzählt. Ich wollte wissen, was er ist und wo. Aber es war nichts, aus ihr herauszubringen.
49:16
Naja, so war sie eben.
49:18
Ist das alles?
49:19
Ich habe Ihnen alles gesagt, was ich weiß.
49:21
Ich danke Ihnen.
49:23
Luca? Ja? Kennst du die Pickwick Bar?
49:28
Ja, das ist ein winziges Lokal unter einer altmodischen Laterne. Hineingegangen bin ich nie. Hast du Hunger oder kommst du... Ich komm mit.
49:35
Ja, noch nichts von Lognon?
49:37
Noch nichts, Chef.
49:38
Janvier telefoniert noch mit den Bahnhöfen. Wenn Lognon anruft, kannst du mich in der Pickwick Bar in der Rue de l'Etoile erreichen. Gut.
49:44
Luka, steck ein Revolver ein. Ja, Chef.
50:15
Alberto Falconi. Sieh mal an, der Kommissar. Du hast jetzt eine Bar? Nach dem letzten Mal? Ihr zieht dann ihn ja zur Selbsthaftigkeit. Dann gib mal zwei Pernod, wenn du welche hast. Gerne.
50:30
Wann war Lon Jong hier? Kenn ich nicht. Inspektor Pechvogel. Ach so, gestern Abend, so um elf. Hab nicht auf die Uhr gesehen. Wo hast du ihn hingeschickt? Nirgendwo hin. Was hast du ihm gesagt? Ich hab nur auf seine Fragen geantwortet. Bitte?
50:48
Zwei per No? Danke. Hast du die Kleine wiedererkannt, als du am Dienstag die Zeitung gelesen hast?
50:59
Wie viele Gäste waren die, als sie am Montagabend hereinkamen? Es war ganz hübsch voll. War es zwischen zwölf und eins? Eher eins.
51:08
Hattest du sie schon mal gesehen? Nein, es war das erste Mal. Was hat sie gemacht? Sie hat sich hingesetzt. Wo? Ja, ja, dort, wo sie jetzt sitzen. In der Nähe der Türen, es war der einzige freie Platz. Was hat sie getrunken? Einen Martini.
51:25
Sieh mal an. Ein Martini.
51:31
Hatte sie eine Handtasche bei sich? Die hatte sie auf die Theke gelegt, eine silberne Handtasche. Hat sie dich gefragt, ob du einen Brief für sie hättest?
51:40
Hast du ihn ihr gegeben? Ich habe ihre Identitätskarte verlangt. Warum?
51:45
Weil man mir gesagt hatte, ich solle das tun.
51:47
Wer hat das gesagt?
51:48
Der Mann. Fred? Ja. Was für ein Typ war er? Das wissen Sie doch wohl besser als ich. Na, sag schon. Ich hatte den Eindruck, dass er eine Reihe von Jahren gesessen hat.
52:00
War er Montag hier, als die Kleine kam? Nein. Er hatte Paris schon fünf oder sechs Tage vorher verlassen. Hat er dir nicht gesagt, was der Brief enthielt? Nein. Nur, dass er wichtig sei. Hat sie ihn hier in der Bar gelesen? Nein, nein. Sie ist hinuntergegangen. Ach, hinuntergegangen? Ja. So. Was ist denn da unten?
52:23
Die Telefonzelle und die Toiletten. Aha. Hat sie ihre Handtasche mitgenommen? Nein.
52:29
Ja. Und wie wirkte sie, als sie wieder heraufkam?
52:33
Weniger deprimiert als vorher. Was hat sie dann getan? Sie hat sich wieder an die Theke gesetzt. Aha. Und dann hat sie noch einen Martini bestellt. Nein, sie nicht. Ein Gast. Was für ein Gast? Ein großer Kerl mit einer Narbe im Gesicht, den ich nicht kenne.
52:53
Hat sie das Glas angenommen, das er spendiert hat? Ich habe einfach zwei Martini eingegossen und ihr und ihm hingestellt. Sind sie dann zusammen weggegangen? Ich glaube. Ach, du glaubst. Ist das alles, was du Lonjon gesagt hast? Nein, der hat mir noch andere Fragen gestellt. So? Was für Fragen? Ob ich wüsste, wo der Mann mit der Narbe wohnt.
53:17
Eine Stunde bevor das Mädchen kam, hat der Kerl mich wegen Brüssel gefragt. Na ja, wo man dort am besten wohne. Da habe ich ihm geantwortet, ich stieg immer mal zu dem Palast gegenüber dem Nordbahnhof ab.
53:26
Luka, geh mal hinunter und ruf das Palast in Brüssel an. Frag, ob dort Long Jong ist. Vielleicht wartet er immer noch auf den Mann mit dem Namen. Ist gut, Chef. Wohin führt die Spiegeltür hinter dir?
53:40
Wirtschaftsraum. Entschuldigen Sie bitte, ich muss jetzt das Regal sauber machen.
53:49
Herr Kommissar? Ja, Licka?
53:51
L'Union ist am Apparat.
53:52
Wollen Sie ihn sprechen? Das ist nicht nötig. Sag ihm, er könne zurückkommen. Ist gut, Chef. Was ist denn los, Alberto? Was guckst du denn so dumm? Sieh dich an. Was? Ich habe gesagt, sieh dich an. Wir werden zum Key des Aufheber fahren. Oder willst du abgeführt werden?
54:13
Chef, Achtung!
54:20
Scheiße. Danke, Luca. War der Kerl die ganze Zeit hinter der Spiegeltür?
54:29
Ja.
54:31
Er ist tot. Ich habe ein bisschen zu gut geschossen. Wer ist das?
54:36
Der Mann mit der Narbe. Bianchi. Siehst du, Alberto, einmal erwischt es alle.
54:43
Aber es wäre nicht nötig gewesen. Leg ihm Handschellen an, Luca. Ja.
54:48
Wieso haben Sie es erraten, Kommissar? Ich habe es sofort gewusst. Weißt du, Alberto, deine Geschichte war etwas zu vollkommen. Ich hätte sie geglaubt, wenn ich das Mädchen nicht gekannt hätte. Sie kannten sie? Ich habe sie recht gut kennengelernt. Sie war ein Mädchen, das keiner haben wollte. Ihre Mutter nicht, ihre Freundin nicht, ihre Wirti nicht. Ein Mädchen wie sie ist zu schüchtern, um sich gleich an die Theke zu setzen, wie du erzählt hast.
55:14
Selbst wenn sie sich aber gesetzt hätte, hätte sie keinen Martini bestellt. Sie hat nichts getrunken. Schon gar keinen Martini. Die Autopsie hat ergeben, dass sie Alkohol im Magen hatte. Wir haben den Zeitungen nicht gesagt, dass es rum war. Martini wird aber aus Gin und Wermut gemixt. Sie ist auch nicht nach unten gegangen, denn niemals hätte sie sich hin und zurück durch die vielen Gäste gedrängelt, die sie alle anstarrten und mehr oder weniger betrunken waren, nur um einen Brief zu lesen, den sie eine halbe Stunde später zu Hause hätte lesen können.
55:44
Hast du ihr überhaupt einen Brief gegeben? Ja. Einen leeren Umschlag? Ja.
55:48
Wann hast du den richtigen Brief geöffnet? Als die sicher war, dass Fred weg war. Und dann habe ich mit Bianchi gemeinsame Sache gemacht. In dem Brief vermachte ihr nämlich ihr Vater, der in Amerika im Zuchthaus saß und mit dem es bis zu Ende ging, eine große Tüte voll Dollar, die bei dem polnischen Schuster in New York in Verwahrung liegen. An den Namen kann ich mich nicht mehr erinnern. Doch, doch, doch, doch. Na schön. Er ist Lukaschek.
56:12
Sie sollte hinüberfahren, sich ausweisen und würde das Geld erhalten. Dann wollte also Bianchi sie gar nicht ermorden? Nein, er wollte sie nicht ermorden. Er wollte nur die Handtasche nehmen, um an die Identitätskarte zu kommen. Dann hätte er mit dem Ausweis seine Freundin hinübergeschickt, um das Geld zu holen.
56:31
Er hat also die Handtasche gepackt, ohne zu wissen, dass sie an einer Kette am Handgelenk des Mädchens hink. Sie ist in die Knie gegangen...
56:40
Als er sah, dass sie schreien wollte, hat er sie ins Gesicht geschlagen. Sie scheint sich an ihn angeklammert und versucht zu haben, um Hilfe zu schreien. Und dann hat er sie... Ja, mit einem Schraubenschlüssel. Wenn Frau Irene der Kleinen zufällig eine andere Handtasche gedient hätte, ohne Kettchen, dann lebte sie noch. Ob sie gewusst hat, dass sie einen Vater im Zuchthaus hatte?
57:07
Die Sache mit Brüssel hast du fein erfunden, Albert, um Lognon auf eine falsche Spur zu locken.
57:12
Was hätten Sie an meiner Stelle getan? Der Pechvogel hat sich davon blenden lassen.
57:17
Technisch hat er keinen Fehler begangen. Er war mir sogar meist einen Schritt voraus. Aber er kannte das Mädchen nicht. Darum ist er an der entscheidenden Stelle falsch gelaufen.
57:29
Herr Dikar, ruf den Kehr an, Sie sollen den Toten abholen und Alberto abführen. In Ordnung. Übrigens, was kosten die zwei per No? Geschäftsumkosten. Nein, nein, kommt nicht in Frage. Hier, Rest für dich. Besten Dank.
58:10
Musik Herbert Jartschik Ton und Technik Günter Hildebrandt, Josef Seber und Angela Veit.
58:46
Regie Heinz-Günter Stamm. Und dieses Hörspiel lief erstmals am 29. Juni 1961 auf Bayern 2.
58:58
Maigret und die Unbekannte war die 45. Maigret-Geschichte, die sich Georges Simenon ausgedacht hatte. Er schrieb sie in wenigen Tagen, im Januar 1954. Vier Jahre später kam die deutsche Übersetzung in die Buchhandlungen und eben 1961 das Hörspiel als eines von sechsen der Maigret-Serie des Bayerischen Rundfunks. Musik Die fünf weiteren stehen, wie schon gesagt, hier nebenan in ARD Sounds im Podcast auf der Spur.
59:32
Wie war der Name?
59:33
Kommissar Maigret. Von welchem Revier? Von der Kriminalpolizei.
59:38
Vielleicht nehmen Sie Ihre Pfeife aus dem Mund.
59:41
Paul Dahlke spielte den Jules Maigret in allen Episoden. Eine unverwechselbare Stimme. Dahlke war Jahrgang 1904. Bekannt wurde er in den 50ern. Er spielte in Kinofilmen wie Drei Männer im Schnee und Das fliegende Klassenzimmer. Noch bekannter war seine Rolle als Rheinschiffer Jakob Wilde in der Fernsehserie MS Franziska. Acht Folgen entstanden 1977. Im Hörspiel war Dahlke häufig präsent. Man braucht mich in einem anderen Fall. Es wird aber nicht lange dauern.
60:09
Bitte.
60:10
Er war schon 1946 Stammsprecher bei Radio München, so hieß der Bayerische Rundfunk zu Beginn. Er war in Literaturadaptionen und dramatischen Hörspielen dabei. Ein Großteil seiner frühen Funkaufnahmen ist aber verschollen.
60:27
Nein, nein, Herr Chefkommissar, wir haben noch nichts weiter gehört. Hier ist Dahlke ein anderer Radioermittler. Es ist der uns gut bekannte Inspektor Hornley. Sechs Jahre lief diese Reihe im Bayerischen Rundfunk. Paul Dahlke war aber nur in der ersten Staffel dabei.
60:44
Hornley hier. Wer? Aha. Jawohl. Ja, ich lege auf.
60:51
Sieben Folgen spielte er 1960, 1961 wurde er Kommissar Maigret und auch in einer weiteren Top-Radioserie des BR durfte Dahlke nicht fehlen. Oh, wir kennen uns schon.
61:03
Wie geht's immer, Mr. Holmes?
61:05
Ich habe den Eindruck, Mr. Milberton, Sie sind Ihrer Sache ein wenig zu sicher.
61:09
Ach. Genau, bei Sherlock Holmes. Diesmal war Peter Passetti der Ermittler, also der berühmte Londoner Detektiv. Und Paul Dahlke einmal der Schurke. Sogar... Der König der Erpresser. Interessant. Er spielt einen gerissenen Gauner, der Holmes-Klientin mit der Androhung eines Skandals unter Druck setzt. Sie haben mir also doch noch etwas zu sagen?
61:29
Hören Sie mir bitte... Ich betone nochmals, die Summe kann nicht beschafft werden. Unter diesen Umständen wäre es doch entschieden besser, die 2000 Pfund anzunehmen, die sie Ihnen geben kann. Nein.
61:42
Sherlock Holmes auf Freiers Füßen heißt diese Krimi-Folge. Und ich muss Ihnen bestimmt nicht noch einmal sagen, dass es einen Holmes-Podcast mit vielen wundervollen Folgen aus dieser BR-Serie in ARD Sounds gibt. Nein, das wissen Sie längst natürlich. Von Paul Dahlke möchte ich nun schnell zu einem anderen Darsteller aus Maigret und die Unbekannte schwenken, der in seiner Rolle den Kommissar nach Kräften unterstützt hat.
62:06
Ah, Inspektor Lognon, Sie sind schon da.
62:08
Ist ja mein Revier. Hat man Sie angerufen, Herr Maigret?
62:11
Ich war noch am Keh. Ist sie tot? Ja. Wer ist sie?
62:15
Das wissen wir noch nicht. Sie hat keine Papiere bei sich.
62:17
Auch keine Handtasche?
62:18
Nein. Der Pechvogel aus Maigret und die unbekannte Inspektor Lognon. Und der wurde gespielt von Ulrich Beiger.
62:26
Haben Sie eine Idee?
62:28
Sie wissen doch, dass ich nie Ideen habe. Ich bin ein bescheidener Revierinspektor.
62:32
Ulrich Beiger. Was für eine kleine, aber tolle Rolle. Wie verloren er hier wirkt und wie wenig Selbstvertrauen er in seine Darbietung legt.
62:40
Ich werde Sie brauchen, Lognon.
62:41
Ja? Ach, Sie sagen das, um mir eine Freude zu machen. Wenn sich der Käthe so feber mit dem Fall befasst, geht er mich nichts mehr an. Ich bin es gewohnt.
62:50
Ich finde dieses Spiel von Ulrich Beiger wirklich fabelhaft. Man sieht den kleinen Polizisten förmlich vor sich. Auch er war ein Hörspiel-Veteran des Bayerischen Rundfunks. Und daher ist es keine Überraschung, dass sich Paul Dahlke und Beiger auch in anderen Radiokrimis wieder trafen. Hier etwa.
63:06
Mein Name ist Hornley.
63:07
Ah, deswegen sind Sie hier wegen der Angelegenheit auf der Antonietta. Ja, das war allerdings ein übler Fall. Mich interessiert das schon deshalb sehr, weil er sich direkt vor meiner Tür abspielte.
63:16
Vor Ihrer Tür? Paul Dahlke haben Sie erkannt. Aber ist es nicht interessant, wie anders Ulrich Beiger hier klingt? Es geht um einen Raub an Bord einer Yacht. Und er spielt einen aufgeregten Zeugen. Ich habe zwei Zimmer in der Trattoria, direkt am Hafen.
63:30
Und die Antonietta lag praktisch direkt vor meinem Fenster.
63:33
Herr Hirten, oder sahen Sie irgendetwas von dem Vorfall?
63:36
Nicht das Geringste, das sagte ich auch unseren Polizeileuten hier, als sie damals nach Zeugen suchten. Ich will ja nichts gegen Ihre Kollegen sagen, Signore, aber die ganze Untersuchung schien mir etwas, na sagen wir mal, etwas oberflächlich gehandhabt zu sein.
63:49
Ein völlig anderer Charakter ist das. Und Schauspielerinnen und Schauspieler dieses Kalibers sind unumgänglich für gelungene Hörspielaufnahmen. Sie können eine Figur mit nur kleinen Stimmmodulationen plastisch machen, ohne sie auszustellen oder zu karikieren. Beiger verschwand fast immer hinter seinen vielen Radiorollen, weil man ihn, anders als Dahlke, nicht sofort heraushörte. Oder irre ich mich?
64:12
Also Herr Bundesbahnoberrat, gestern wurde ein Überfall auf eine Filiale der Gemeindebank verübt und der Täter ist in den FD nach Salzburg eingestiegen. Vermutlich. Der Anrufer war mir persönlich bekannt.
64:21
Der Mann ist zuverlässig. Auch das ist Ulrich Beiger, ein Polizist in einem Mundartkrimi des BR von 1956.
64:29
Ja, tausend Teufel Donnerwetter noch einmal. Geht uns der Hund doch noch durch die Lappen? Wie kommt denn das passieren? Ja, mei. Was heißt ja, mei? Hat diese Wachtmeistersrau geratscht?
64:38
Ja, ich...
64:38
Natürlich. Woher wüssten Sie sonst, dass wir einen Mann im Ledermantel suchen? Ach, hätte ich doch nicht angerufen. Ja, entschuldige.
64:44
Ich entschuldige bald nichts mehr. Ja, ist das nicht grandios? Ulrich Beiger war natürlich ein Bayer und so sah er auch aus. Er war Jahrgang 1918 und sowohl im Kino, im Fernsehen und auch im Hörspiel bekam er meist die kleinen Rollen. Schon 1942 gab er neben Erik Ode in der Filmkomödie »Kleine Residenz« sein Kinodebüt. Nach dem Krieg sah man ihn in »Im weißen Rössel«, »Die Försterkristel« und »Sehnsucht des Herzens«.
65:11
Seine Filmografie ist typisch für Schauspieler seiner Generation. Erst Heimatfilme, dann ab Ende der 50er die Krimis.
65:18
Ich will auch alles gestehen. Was? Ich habe Doris entführt. Aber ich bin nicht der Rote Kreis. Ich habe nur die allgemeine Hysterie ausgenutzt, um Mrs. Carly zu erpressen.
65:30
Der Rote Kreis, ein Edgar-Wallace-Film, der 1960 in die Kinos kam. Ulrich Beiger ist ein schmieriger Anwalt.
65:37
Und der Mord an Lady Doringham?
65:38
Damit habe ich nichts zu tun. Der in Erklärnot gerät.
65:41
Aber ich habe doch von dem ganzen Überfall überhaupt nichts gewusst. Oh, Sie haben noch viel mehr gewusst.
65:45
Ist er der Oberschurke? Ich bin's nicht. Ulrich Beiger verkörperte in vier Edgar-Wallace-Filmen den Typus des Gutgescheitelten mit einem kleinen Oberlippenbart versehenen Upper Class Verdächtigen.
65:56
Und haben Sie schon eine Ahnung, wann Sie über das Geld verfügen können?
66:00
Es ist eine Erbschaft.
66:02
Ich glaube kaum, dass eine Frau wie Sie längere Zeit Witwe bleiben wird.
66:05
Sie sind ein merkwürdiger Geschäftsmann.
66:07
Manchmal übertäubelt das Herz den geschäftlichen Verstand.
66:11
Ja, hoffentlich nicht, wenn es um mein Geld geht.
66:14
Das war in diesen vielen Wallace-Keentop-Reißern ein häufiges Motiv. Beigers Figuren machten sich an Klientinnen heran, auf die ein Vermögen wartete. In Der Rote Kreis an Erika Beer und in Die Bande des Schreckens an Karin Dorr.
66:28
Ich habe eine gut gehende Anwaltspraxis. Ich kann Ihnen ein sorgenfreies Leben bieten.
66:31
Nein, bitte.
66:32
Machen Sie sich mit dem Gedanken vertraut, mich zu heiraten. Sie müssen. Ich muss gar nichts. Bleiben Sie. So bleiben Sie doch. Es muss ein Ende nehmen.
66:40
Ein Ende. Ein Ende. Was ist da los?
66:43
Und natürlich scheiterten Beigers Superfieslinge stets spektakulär. Er mutierte in diesem Film langsam zum Wahnsinnigen.
66:50
Die Bande des Schreckens mit Joachim Fuchsberger, Karin Dohr, Fritz Rasp, Ulrich Beiger und Elisabeth Flickenschild. Es ist unmöglich, von Edgar Wallace nicht gefesselt zu sein.
67:04
Nach seinem Abschied aus der Wallace-Kinoserie folgte für Beiger 1963 ein Hollywood-Film, der in Bayern gedreht wurde. Gesprengte Ketten mit Steve McQueen, James Coburn, James Garner, Donald Pleasence, Richard Attenborough und Charles Bronson. »The Great Escape« hieß dieser Film im Original. Und weil er 1944 spielte, waren auch deutsche Darsteller dabei, wie Hannes Messimmer, Robert Graf, Heinz Weiß und eben Ulrich Beiger.
67:32
Ab Mitte der 60er sah man Beiger vorwiegend im Fernsehen, in Vorabend-Krimiserien wie »Kommissar Freitag«, »Die fünfte Kolonne« und im Primetime-Straßenfeger »Melissa« nach Francis Durbridge. In den 70ern kamen die etwas ungelenk hingedrechselten deutschen Kinokomödien. Beiger war in »Zwanzig Mädchen und die Pauker – Heute steht die Pennekopf« zu sehen. Sie wissen, wie sehr ich seltsame Filmtitel feiere. In Klamotten wie Wir hauen den Hauswirt in die Pfanne, Tante Trude aus Buxtehude, Das verrückteste Auto der Welt und in Les Humphreys Es knallt und die Engel singen.
68:08
Ich schwöre, das habe ich mir nicht ausgedacht.
68:10
Ihr Vorgehen ist ziemlich ungewöhnlicher Rechtsanwalt. Warum sparen Sie sich das nicht auf bis zur Hauptverhandlung?
68:16
Weil ich Sie nicht darüber im Unklaren lassen möchte, was auf Sie zukommt, Herr Vorsitzender.
68:21
1983. Ulrich Beiger ist längst Dauergast in den Freitagskrimis des ZDF. Hier neben Günter Strack in der Justizserie Ein Fall für zwei.
68:30
Es ist gefestigte Rechtsprechung, dass die Polizei bei der Bekämpfung besonders gefährlicher oder schwer aufklärbarer Kriminalität, insbesondere auch der Rauschgiftkriminalität, auf die Mitarbeit von sogenannten V-Leuten nicht verzichten kann.
68:44
Also von Leuten, bei denen man ungesetzliches Handeln nicht ausschließen kann.
68:48
Beiger spielt immer wieder Episodenrollen in Derrick, Der Alte, Soko 5113, Tatort oder in der Schwarzwaldklinik. Und dann wieder Kinoklamotten in den Thomas Gottschalk-Komödien Zärtliche Chaoten und Trabi Goes to Hollywood war er zu sehen. Ulrich Beiger starb vor 30 Jahren. Zurück zu Maigret und die Unbekannte.
69:09
Aber die beiden haben ja bei mir bis vor drei Monaten gewohnt. Etwa zwei Jahre. Fräulein Janine zahlte die Miete.
69:16
Und vor einem Vierteljahr sind Sie beide ausgezogen? Ja.
69:19
Das ist noch einmal Frau Marcel, die Hauswirtin aus dem Hörspiel. Also was ich weiß, weiß ich ja nur von Fräulein Janin. Fräulein Louise kam nie zu mir. Und diese Frau Marcel spielte Lina Carstens.
69:31
In der ersten Zeit habe ich geglaubt, sie seien Schwestern. Aber dann hat mir Fräulein Janine erzählt, Sie hätten sich auf der Fahrt nach Paris im Zuge kennengelernt. Sehen Sie, wenn diese jungen Dinge nach Paris kommen, dann fühlen Sie sich inmitten der Millionen Menschen verloren und wollen das damit verbergen, dass sie sich entweder aufspielen und große Reden schwingen oder dass sie sich in sich selbst verschließen.
69:51
Was für eine Stimme. Lina Carstens, auch eine Kino-, Rundfunk- und Fernsehlegende. Sie wurde 1892 geboren und sie ist die Rekordhalterin, was nicht mehr existierende Hörspielaufnahmen angeht. Schon 1924, im Geburtsjahr des Rundfunks in Deutschland, Hat sie an Sendespielen, so nannte man Hörspiele noch vor 100 Jahren, der Mirac, der Mitteldeutschen Rundfunk AG in Leipzig, nahezu ohne Pause mitgespielt. Schillers Don Carlos, Moliers der Misanthrop, Leo Tolstois, er ist an allem schuld.
70:22
Alle wurden live übertragen, weil es noch keine Aufzeichnungstechnik gab. Und nur anhand von historischen Rundfunkzeitschriften konnte man die Existenz dieser Sendespiele nachweisen und in den dazugehörigen Listen immer wieder den Namen Lina Carstens finden. Allein 70 Titel bis 1933.
70:41
Das ist eine der ältesten Aufnahmen mit Lina Carstens von 1940. Eine Kinokomödie namens Der dunkle Punkt. Auch hier ist sie eine Hauswirtin in Berlin, immer im Clinch mit den Nachbarn und sie geht vor Gericht.
71:07
Von Schlichten kann hier gar keine Rede sein, Herr Schiedsmann. Der beschuldigt meinen Mann ja schon wieder. Jawohl.
71:11
Es war nicht der erste Film der Lina Carstens, denn parallel zu den Hörfunkauftritten dreht sie seit 1924 auch viele Kinofilme. Liebesdramen, Komödien, Literaturverfilmungen. Ab 1949 ist sie praktisch dauerbeschäftigt. Elf Filme dreht sie allein 1955 und 1956.
71:31
Ich habe angenommen, das ist ein tadellos funktionierendes Etablissement. Sonst wäre ich bestimmt nicht hierhergekommen.
71:37
Das ist sie 1958 mal wieder im Hörspiel. Das machte sie auch immer wieder, vorwiegend im Bayerischen Rundfunk.
71:44
Den Zeitpunkt, wann ich dieses Haus verlasse, bestimme einzig und allein ich.
71:49
Agatha Christie's The Mousetrap in dieser Radiofassung als Die Fuchsjagd übersetzt. Hier ist Lina Carstens ein zickiger Hotelgast.
71:57
Oh, meiner Meinung nach ist tadellos geschultes Hauspersonal die erste Voraussetzung, wenn man eine Pension eröffnet. Es kommt mir vor, als wäre Ihre Anzeige in der Zeitung ziemlich irreführend. Wieso?
72:08
Die aufmüpfige alte Dame wurde ihre Paraderolle. Sie hatte ohnehin schon etwas Distanziertes, manchmal Ablehnendes in ihrer Stimme. Sehr gemütlich ist das nicht. Aber Lina Carstens gab ihren späteren Rollen immer auch eine erkennbare Eleganz.
72:22
Hier ist das Testament von Herrn Rohrer. Da steht alles drin.
72:26
Herr Rohrer ist tot und die Erbengemeinschaft hat an uns verkauft. Das wissen Sie doch. Ein Wohnrecht auf Lebenszeiten auf meinen Namen, Herr Wenzel.
72:34
Dieser Film ist Lina Carstens Vermächtnis. Es war zwar nicht ihre letzte Rolle, aber sie blieb in Erinnerung. 1974 wurde der Film gedreht, 1975 kam er in die Kinos. Eine beeindruckende Leistung und wieder merkt man nicht, dass sie eine Rolle spielt. Carstens ist diese alte Dame mit der Tasche und dem Hut, die aus ihrer Wohnung vertrieben werden soll und die den Spieß schließlich umdreht. Der Film heißt fast wie sie, Lina Brake.
73:01
Damals haben Sie mir gesagt, dass Sie mich um nichts kümmern, dass das Wohnrecht bestehen bleibt.
73:05
Ich habe gar nichts, Frau Bracke. Sie haben mir doch versprochen... Das Wohnrecht hätten Sie bei den Vertragsverhandlungen vorbringen müssen, Frau Bracke. Jetzt ist es zu spät.
73:13
Das ist Betrug. Sie selbst haben mir doch zugesichert, dass ich wohnen bleiben könnte.
73:19
Betrug? Das geht doch wohl ein bisschen zu weit, Frau Bracke.
73:21
Jawohl.
73:22
Betrug. Lina Brake, ein Film mit Fritz Rasp, Herbert Bötticher und Erika Schramm. Er gewann den Deutschen Filmpreis und Lina Carstens bekam als beste Darstellerin den Filmpreis in Gold. Ein Überraschungserfolg. Zumal das Werk tatsächlich und offiziell den Untertitel trägt. Die Interessen der Bank können nicht die Interessen sein, die Lina Brake hat.
73:42
Und wo soll ich hin? Die Mieten in der neuen Wohnung kann ich doch gar nicht bezahlen.
73:46
Haben Sie denn keine Kinder, keine Verwandten, niemand, der sie aufnehmen könnte? Ich will dort wohnen bleiben, wo ich mein Leben lang gewohnt habe. Ja, aber wir sind doch eine Bank. Wir handeln mit Geld.
73:57
Lange war dieser Film nur in schrabbeliger Videopressung verfügbar. Heute wirkt er digital aufgefrischt sehr nahbar, obwohl er über 50 Jahre alt ist. Es lohnt sich, Lina Brake oder die Interessen der Bank können nicht die Interessen sein, die Lina Brake hat, noch einmal anzuschauen, finde ich. Doch zurück zu Lina Carstens bei Maigret. Wissen Sie,
74:18
Ich frage mich seit gestern Abend, ob das nicht alles durch meine Schuld passiert ist. Wieso durch Ihre Schuld?
74:25
Wissen Sie,
74:33
Ich frage mich seit gestern Abend, ob das nicht alles durch meine Schuld passiert ist.
74:38
Was wollen Sie damit sagen? Ja, hoppla, das klang wie ein Wiederholungsfehler, aber auch das ist Lina Carstens.
74:45
In der ersten Zeit habe ich geglaubt, sie seien Schwestern. Aber dann hat mir Fräulein Janine erzählt, sie hätten sich erst auf der Fahrt nach Paris im Zuge kennengelernt. Da sehen Sie... Wenn diese jungen Dinge nach Paris kommen, dann fühlen sie sich inmitten der Millionen Menschen verloren und wollen das damit verbergen, dass sie sich entweder aufspielen und große Reden schwingen oder dass sie sich in sich selbst verschließen.
75:04
Diesen Text haben sie heute schon gehört, aber nicht in dieser Fassung. Das ist die alternative Hörspielproduktion von Maigret und die Unbekannte. Sie ist zwei Jahre älter als die Version aus dem Bayerischen Rundfunk und stammt aus dem Südwestfunk in Baden-Baden. Die Besetzung ist komplett unterschiedlich, nur Lina Carstens spielt dieselbe Rolle.
75:24
Hatte jeder der beiden ihr eigenes Zimmer?
75:26
Ja, trotzdem musste Luise alles hören.
75:29
Hat das zu Streit geführt? Das weiß ich nicht.
75:32
In zwei Jahren passiert viel.
75:34
Das hier ist nun Leonard Steckel als Kommissar Maigret. Und in der Tat gibt es nicht nur Maigret und die Unbekannte, sondern auch alle weiteren fünf Maigret-Hörspiele der 1961er-Serie des Bayerischen Rundfunks in entsprechenden Fassungen aus dem Südwestfunk von 1959. Ihr Maigret. Tag, Herr Kommissar.
75:53
Ja, warte eben, Inspektor Lukas mit einem Bericht. Der kommt dann mit.
75:56
Ein ganz besonderer Fund aus dem Hörspiel Paralleluniversum. Haben Sie schon die Zeitung gelesen? Ich habe nicht die Zeit dazu gehabt.
76:03
Hier, ich habe gerade eine gekauft. Man sieht nur den Kopf mit dem geschwollenen Auge und dem Mund.
76:08
Aber sie ist zu erkennen. Das ist der Inspektor Longion, der Pechvogel in der alternativen Version. Es ist Helmut Peine und den kennen wir aus Die Jagd nach dem Täter vom NDR und als Inspektor Hornley aus dem WDR. Zum Vergleich nochmal Paul Dahlke und Ulrich Beiger.
76:24
Haben Sie schon die Morgenzeitung gelesen, London?
76:26
Ich habe noch nicht Zeit dazu gehabt.
76:28
Hier, ich habe gerade eine gekauft. Man sieht nur den Kopf mit dem geschwollenen Auge und dem Mund.
76:33
Aber sie ist zu erkennen.
76:35
Ja, derselbe Text, nur andere Darsteller. Die Maigret-Hörspielfassungen hatte der Bearbeiter Gerd Westphal aus Simenons Romanen erstellt und sie wurden baugleich zweimal produziert. Fragen Sie mich bitte nicht, warum. In den Versionen aus Baden-Baden hört man neben Steckel einen guten Bekannten.
76:55
Das ist mal wieder der ewige Radio-Hörspieldauergast Heinz Schimmelpfennig.
77:07
Schimmelpfennig hörten wir in Keimuks zuletzt wieder als Kriminalrat Obermoos. Aber noch eine Darstellerin ist hier dabei, die uns bekannt vorkommen muss. Sie spielt die Ladenbesitzerin Madame Irène, die die Kleider verleiht und Luises Sachen inspiziert.
77:21
Das Kleid hat sie bestimmt selbst gemacht, das kann man sehen. Billiges Zeug. Schuhe, Unterwäsche sind auch nicht mehr wert. Alles aus dem Warenhaus.
77:28
Das ist Traute Rose.
77:30
Ich habe eine hübsche silberne Handtasche rausgesucht. Wissen Sie, so eine, die man am Kettchen ums Handgelenk trägt.
77:35
Und diese Traute Rose war ja in der Münchner Fassung die Madame Maigret, Sie erinnern sich.
77:40
Als ich 13 war, da habe ich oft stundenlang genäht und geschnipselt, um mir ein Abendkleid passend zu machen, das Mutter abgelegt hatte.
77:49
Das war wirklich schwer zu erkennen. Schauspielerei ist und bleibt faszinierend. Hörspiel nach einem Roman von Georges Simenon.
77:56
Musik
77:58
Maigret und die Unbekannte zeichnete, genau wie die anderen Maigret-Krimis von Georges Simenon, ein atmosphärisch eindringliches Bild kleinbürgerlicher Milieus. Simenon schrieb nebenher noch 120 weitere sogenannte Non-Maigret-Romane, dazu Erzählungen, Reportagen, Essays und noch einmal rund 1000 Kurzgeschichten unter verschiedenen Pseudonymen.
78:19
Die ersten Maigret-Romane wurden bereits in den frühen 30er Jahren in verschiedene Sprachen übersetzt. In Deutschland erschienen sie erst in den 50er Jahren. Und dasselbe gilt natürlich auch für die vielen Hörspiele und Verfilmungen.
78:35
Maigret und die Unbekannte ist schon seit den 50er Jahren mehrfach fürs französische und britische Fernsehen umgesetzt worden und 2022 fürs Kino. Gérard Depardieu spielt den Kommissar Maigret, doch diese Filmmusik von Bruno Collet blieb eher in Erinnerung als der Film selbst. Er wurde kaum gezeigt, was mit den Skandalen des Gérard Depardieu zu tun hatte. Inzwischen ist Depardieu, der mal als bedeutendster französischer Schauspieler galt, ein verurteilter Sexualstraftäter.
79:06
Die fabelhafte Musik für die Maigret-Hörspiele wiederum machte der Komponist Herbert Jartschik. Die Vorspannmelodie und für jede Folge bastelte er eigene Themen, die die sechs Fälle zusammenhielten. Jartschik produzierte viele Musikaufnahmen für den Bayerischen Rundfunk. Eine Titelmusik des Herbert Jartschik ist den Fernsehkrimi-Fans unter ihnen sicherlich bekannt. Wetten? Hier ist sie.
79:28
Musik
79:35
Das ist »Der Kommissar«. Eine schwarz-weiße ZDF-Krimiserie, die 1969 startete und über sieben Jahre in fast 100 Folgen lief. Erik Ode spielte den Kommissar und das halbe Ensemble von Maigret und die Unbekannte machte in Episodenrollen mit. Paul Dahlke, Ulrich Beiger, Lina Carstens, Heini Göbel, Bertha Drews und natürlich Reinhard Glemnitz. Sie erinnern sich, unser Assistent Luc K. Der war sogar in allen Folgen von »Der Kommissar« dabei. Denn er war Assistent Heines, eine feste Rolle.
80:07
Der Komponist Herbert Jatschik erlebte die Premiere des Kommissars am 3. Januar 1969 nicht mehr. Er starb kurz vorher. Sein älterer Bruder Michael Jatschik war ebenfalls Musiker. Er nannte sich Michael Jari. Und er erfand einen ganz bestimmten Schlager, eine kleine Melodie, die Sie sicher kennen. Es ist tatsächlich diese hier.
80:34
Genau, unsere gepfiffene Kein Mucks Schlussmusik ist die Instrumentalversion von Michael Jaris Lied Ausgerechnet Du. Ja, und damit endet nicht nur diese Ausgabe, sondern gleich die ganze Staffel von Kein Mucks, unserem Krimi-Podcast. Doch lassen Sie den Kopf nicht hängen.
80:51
Ich kann das alles nicht begreifen.
80:52
Nein, nein, nein, wir gehen ja nur in die Pause und melden uns mit Staffel 8 eines Tages zurück. Sollten Sie nun jeden Donnerstag eine Art Phantomschmerz empfinden, dann empfehle ich Ihnen schnell noch weitere Krimi-Klassiker hier in ARD Sounds. Noch einmal die weiteren Maigret-Folgen mit Paul Dahlke stehen in Auf der Spur. Maigret und sein Revolver wäre mein erster Anspieltipp für Sie, aber es sind ja alle da. Und hier in kein Mucks steht nach wie vor Maigret und der Minister, ein Radio Bremen Maigret von 1957, ein Highlight.
81:23
Und es gibt noch einen fabelhaften Radio Mono Oldie des BR von 1951, einen der ältesten, der überhaupt erhalten ist. Der Bahnwärter von keinem Geringeren als Charles Dickens im Podcast knallhart. Und vieles mehr, etwa in Schlechte Gesellschaft, Das war morgen, Das Portal oder dem Hörspielklassiker für Kinder Podcast. Und damit kommen wir langsam zum Schluss.
81:47
In den letzten Wochen sind bei uns zahlreiche Hörerbriefe eingegangen mit der Bitte, diese Sendereihe doch weiterlaufen zu lassen. Wir hoffen im Laufe des Jahres diesen Wünschen entsprechen zu können. Guten Abend.
82:02
Kein Mucks, die besten Krimis aus den Archiven von Radio Bremen, dem WDR, dem BR, dem MDR, dem SR, dem SWR, dem RBB, dem HR und dem NDR. Falls Sie diesen Podcast digital abonniert haben oder das noch tun wollen, so werden Sie die neuen Folgen nicht verpassen. Im Zweifel werden Sie mit einer liebevollen Push-Nachricht überrascht.
82:22
Kein Mucks wird in Köln aufgenommen, geschnitten und gemischt und technisch überwacht von Theresia Singer. In Bremen kontrolliert Kim Tangemann die Recherchen und Abläufe, ebenso wie Lina Kokali, die alles koordiniert. Ein großes Dankeschön an alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der neuen Kulturredaktionen. Und ich, ich danke Ihnen fürs Zuhören. Mein Name ist Bastian Pastewka. Bis bald. Tschüss und alles Gute.
83:25
Wir hatten nur ein Radio und da saß alles drum. Da wurde abends im Wohnzimmer gesessen, dann hat man sich das angehört. Und dann durfte auch nicht gemuchst werden, durfte keiner was sagen.